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Von Open Source lernen…

Ein interessanten Artikel gibt es momentan in der Business Week mit dem Titel „Open Source: The Model is Broken”  zu lesen. Im ersten Teil des Artikels geht es noch darum, dass man mit Open Source Produkten im Allgemeinen nur sehr schwerlich Geld zu verdienen ist. Viele Open Source Geschäftsmodelle basieren auf  Einnahmequellen durch Support oder kostenpflichtige AddOns. Nach dem Autor Stuart Cohen ist die Qualität von Open Source Produkten in der Zwischenzeit schon so hoch, dass kaum noch Support notwendig ist. Auch die Codequalität hat ein Level erreicht, dass Erweiterungen häufig auch von projektexternen Mitarbeitern erledigt werden können.

Interessant an dem Artikel ist primär der zweite Part. In dem es darum geht, was die die Softwareindustrie von den Open Source Grundsätzen übernehmen könnte, um selbst effektiver und kosteneffizienter Software herzustellen. Open Source Software entsteht (im Normalfall) innerhalb vom Communities. Also ein Personenkreis der ein bestimmtes Problem hat tut sich zusammen und entwickelt für das Problem eine Lösung die danach grundsätzlich jeder nutzen darf. Zwar spielen sicherlich noch unzählige weitere Faktoren bei Open Source Projekten eine  Rolle (z.B. soziologische Faktoren wie Selbstdarstellung, Ruhm…), aber unter dem Nenner trifft sich immer eine Anzahl von Menschen (u. U. auch nur virtuell) um ein Problem zu lösen. Dadurch, dass relativ viele Menschen an einem Problem arbeiten sinkt der Ressourcenbedarf bei jedem Individuum.

Und was kann vor diesem Hintergrund die konventionelle Softwareindustrie lernen? Würden sich auch im professionellen Bereich verschiedene Institutionen zusammenraffen und gemeinsam Software entwickeln so könnten die Kosten für die einzelnen Teilnehmer drastisch reduziert werden. Denkt man nur an die SAP Anpassungen die in verschiedenen Firmen parallel entwickelt werden, lässt sich grob abschätzen welches wirtschaftliche Potential hinter einer solchen Lösung stecken könnte. Im Prinzip bräuchte man nur ein cleveres Portal wo die aktuellen Problemkonstellationen der einzelnen Unternehmen gelistet und anschließend mit Problemen anderer Unternehmen verglichen werden. Resultat eines Abgleichs wäre eine Empfehlung für zwei oder mehr Unternehmen sich für ein Softwareprojekt zusammen zutun und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Das ganze kombiniert mit Facetten von sozialen Netzwerken könnte schon ganz gut funktionieren. Das Einsparungspotential wäre auf jeden Fall gigantisch. Bspw. gibt es in Deutschland sicherlich 100 soziale Netzwerke die alle die grundlegenden Eigenschaften gemeinsam haben und sich primär durch ihre Fokussierung unterscheiden. Würden die grundlegenden Funktionalitäten gemeinsam entwickelt, würde sich die Entwicklungskosten pro Projekt schnell halbieren lassen.

So attraktiv die Lösung auf den ersten Blick scheinen mag gibt es doch auch immer Probleme mit einer hohen Standardisierung. Sobald ein Großteil von konkurrierenden Unternehmen dieselbe Software, die vielleicht auch noch zusammen entwickelt wurde,  einsetzt kann keine Firma mehr aufgrund der Software Wettbewerbsvorteile erzielen, somit geht zumindest ein gewisser Teil der Software als Innovationskraft verloren.
Natürlich sind unzählige Variationen möglich, so könnten verschiedene Softwareunternehmen gemeinsam die Basiskomponenten programmieren und anschließend auf diesem Grundgerüst mit individuellen Komponenten versuchen Vorteile zu erzielen.

BusinessWeek Artikel

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