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Inhouse, ASP, SaaS or Whatever?

In einem unserer letzten Artikel wurde dieses Thema schon mal angeschnitten. In unserem heutigen Artikel wollen wir Möglichkeiten des Einsatzes und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Herangehensweise weiter vertiefen.

Vor einigen Jahren hatten es IT-Entscheider noch recht einfach…damals wurden Softwaresysteme und -produkte nur als Inhouse-Lösung angeboten. Ende der 90iger Jahre kamen dann die ersten Application Service Provider (ASP) auf den Markt und boten ihre Softwarepakete zur Lizenzierung an. Doch vor allem die Unzuverlässigkeit der Technik, Performance-Probleme und Sicherheitsaspekte ließen viele Projekte scheitern.

Doch hat die neue Generation von APSs, auch unter dem Namen “Software as a Service” kurz SaaS bekannt aus den Fehlern gelernt?  Auf jeden Fall kann man sagen, dass durch höhere Bandbreiten und neuere Techniken (wie Webservices und SOA) und besseren Sicherheitskonzepten neuer Schwung in den Markt gekommen ist.

Doch wie soll man sich entscheiden? Dazu ist es notwendig die Vor- und Nachteile aller Möglichkeiten zu kennen. Die vier wesentlichen Deployment-Optionen werden hier auf Basis eines White Papers von Paul Gillin diskutiert:

  1. Inhouse (Sebstmanagement)
  2. Ein Unternehmen kauft eine Software oder sogar eine ganze Infrastruktur und betreibt diese in seinem eigenen Data-Center. Das Unternehmer ist dementsprechend Eigentümer des Ganzen und kann es seinen Wünschen und Anforderungen nach anpassen.
    Die Vorteile einer solchen Lösung liegen auf der Hand. Das besitzende Unternehmen hat volle Kontrolle über die Software und kann somit für eine optimale Integration in Legacy-Anwendungen und in die gesamte IT-Landschaft des Unternehmens sorgen. zusätzlich liegen auch alle Daten im Unternehmen und es kann sich selbst um die Sicherheitsaspekte und -kriterien kümmern.
    Der wesentliche Nachteil einer solchen Lösung liegt sicherlich in den sehr hohen Kosten und dem großen zeitlichen Aufwand. Sollte ein Unternehmen, aber die Software stark an die eigenen Bedürfnisse anpassen und die Software über viele Jahre im Einsatz haben, dann können sich die hohen Investitionen in einer Total Cost of Ownership (TCO) Betrachtung durchaus bezahlt machen. Nach einer sehr starken Anpassung der Software kann aber der wechsel zu einer neueren Lösung sehr teuer oder sogar unmöglich gemacht werden.

  3. Inhouse (Anbietermanagement)
  4. Das Vorgehen ist ähnlich dem ersten Fall, allerdings wird hier der Service und das Wissen über die Applikation zusätzlich von Außen eingekauft. Dies kann durch ein drittes Unternehmen oder auch durch den Softwarehersteller geschehen.
    Der Vorteil dieser Variante ist, dass ein Unternehmen die Expertise und das Wissen eines spezialisierten Unternehmens nutzen kann und somit die mit einem kürzeren Zeitaufwand rechnen muss bis die Applikation eingesetzt werden kann.
    Der größte Nachteil dieser Version sind die Kosten. Externes Wissen einzukaufen ist in der Regel teurer als internes Wissen aufzubauen und zu nutzen.

  5. SaaS (Multi-Tenant)
  6. Diese Variante hat sieht vor, dass die Software als Service zur Verfügung gestellt wird. Dabei werden aber mehrere Einheiten auf derselben Infrastruktur und Hardware installiert und von unterschiedlichen Lizenznehmern genutzt. In der Regel wird eine Applikation für die Nutzung über das Internet bereitgestellt.
    Ein Vorteil dieser Variante liegt darin, das die Infrastruktur beim Anbieter liegt und für das Unternehmen keine Kosten verursacht. Generell lässt sich sagen, dass eine Software auf diese Weise schnell zum Einsatz bereit ist und die Investitionskosten sehr gering sind. Auch Kosten für Upgrades und Release-Wechsel sind meist in den Verträgen schon integriert und der Nutzer hat keine zusätzlichen Aufwände in diesem Bereich.
    Allerdings entstehen in Sachen Customizing und Datensicherheit einige Nachteile, die vor dem Einsatz durchaus bedacht werden sollten. Zusätzlich ist der Wechsel zu einem anderen Anbieter in dieser Variante wesentlich schwerer als mit einer Inhouse-Lösung. Auch eine Integration in Legacy-Systeme
    ist so gut wie unmöglich. Des Weiteren muss bedacht werden, dass die Hardware von mehreren Kunden genutzt wird und dies auch zu neuen Problemstellungen führen kann.

  7. SaaS (Privat)
  8. Zu guter Letzt haben wir noch eine Variante die versucht die Nachteile des Multi-Tenant-Modells auszuhebeln. Die Software wird zwar als Service über das Internet angeboten, aber das Unternehmen kann eine eigene Infrastruktur und Hardware beim Anbieter.
    Diese Version ist speziell für Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen interessant, da die Hardware nur für die eigene Nutzung zur Verfügung gestellt wird.
    Allerdings sind die Kosten dieser Variante selbstverständlich höher als bei der Multi-Tenant-Version.

Sicherlich sollte klar sein, dass sich SaaS nicht für jede Organisation und jeden Einsatz eignet. Ist ein hoher Customizing-Aufwand notwendig, kann man sich generell auf eine Inhouse-Lösung festlegen. Sollen die Investitionskosten so gering wie möglich sein, führt kein Weg an einer SaaS-Lösung vorbei. Ein Unternehmen muss immer individuell die Vor- und Nachteile der Varianten abwägen und auf Grundlage der individuellen Kriterien eine Entscheidung treffen. Die eierlegende Wollmilchsau gibts also immer noch nicht…

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